Freediving und Medikamente

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burnt
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Freediving und Medikamente

Beitrag von burnt » Fr 27. Mär 2015, 22:37

Hallo, da ich im internet nichts vernünftiges gefunden habe dache ich fage ich mal.

Geht darum ob Medikamente beim tiefentauchen (kein exterm sondern cca. 20-40m) probleme bereiten können. Beim tauchen sind medikamente tabu da man nicht vorhersagen welche Nebenwirkungen eintreten können. Unter dem druck und das man Sauerstoff ein atmet kann das Medi die Wirkung verlieren oder sie kann erheblich zunehmen. Nur freeding ist ja nicht Scuba tauchen :D

Mit Medikamente meie ich eher alltäglich Dinge

Aspirin bei Kopfschmerzen
Ibuprofen weil ein Gelenk oder Muskel weh tut.
Antibiotika bei z.b. Rachen Entzündung
Nasenspray
Und so weiter...

Ich habe jetzt bewust auch was zu den Medis geschrien nur zur Verdeutlichung das man Medis auch aus banalen gründen nimmt. Mir ist klar das man jetzt nicht mit Angina, Lungenentzündung und 40 Fieber ums verbiegen zum tauchen geht.

Weiß jemand wie sich das beim freediving verhält?

AndiL
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Re: Freediving und Medikamente

Beitrag von AndiL » Sa 28. Mär 2015, 07:12

Also bei Tabletten wäre ich vorsichtig....generell fürs Freitauchen brauchst du einen klaren Kopf und zu spüren ob alles richtig läuft und wenn du Medis nimmst hat das ja seinen Grund.


Nasenspray würde ich lassen, da schon bei Gerätetauchen eine Umkehrblockade bescheiden ist, wird es Apnoe richtig heftig da du ja hoch musst und nicht langsam machen kannst.
Theorie ist: Wenn jeder weiß, wie es funktionieren soll und es klappt trotzdem nicht.
Praxis ist: Wenn es funktioniert und keiner weiß warum. ;)

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Re: Freediving und Medikamente

Beitrag von blautaucher83 » So 29. Mär 2015, 06:23

Das du beim Gerätetauchen keine Medikamente nehmen sollst, liegt an der Physik. Es gibt keine zuverlässigen Studien darüber.
Genau diese Gesetze der Physik gelten aber auch für uns Freitaucher.
Aspirin zum Beispiel wirkt Blutverdünnend, dadurch sind Barotraumen leichter möglich.
Umkehrblokaden sehe ich nicht so kritisch, da die Wirkung langsam nachlässt. Dafür sind beim Freitauchen die Tauchzeiten zu kurz.
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Re: Freediving und Medikamente

Beitrag von 4zap » Sa 4. Apr 2015, 11:14

Hai

Aspirin bringt dich nicht um. Ibuprofen auch nicht. Nachteil beim Aspirin ist das du schneller an deiner BO Grenze ankommst wenn du wirklich an deine Leistungsgrenze gehst. Grundsätzlich sind Medikamente keine Kontraindikation fürs Freitauchen, sonst würde ich es nicht betreiben. Leider muss ich mein Leben lang Medis nehmen. Leider auch Betablocker, was den blöden Faktor hat das ich an keinen Wettkämpfen teilnehmen kann. Ich würde grundsätzlich disqualifiziert werden wegen Doping (was fürn Quatsch) ... aber egal.
Es gibt Medikamente die eine totale Kontrainidikation zum Freitauchen darstellen. Dazu gehören die meisten Psychopharmaka, heftige Blutgerinnungshemmer (Plavix etc.), Blutdrucksenker und diverse Schmerzmedikamente. Kontra ist auch Nasenspray zum Abschwellen der Schleimhäute, verrotzt keine PBs versuchen. Umkehrblockierung muss nicht passieren, kann aber und das tut echt richtig blöd weh! Bei den kurzen Zeiten die wir tauchen ist es nicht ganz so krass wie beim Gerätetauchen wo die Wirkung des Abschwellers nach 30min. aufhört.
Ich lass mich jährlich untersuchen bei der GTÜM in Berlin. Dort werden Vitalwerte gemessen unter Belastung und unter Druck. Die drehen mich zweieinhalb Stunden durch den Wolf und danach erhalte ich immer meine Tauchtauglichkeit von AIDA und fürs Gerätetauchen. Einziges Verbot ist Eistauchen bei mir. ICh darf nicht in Wasser tauchen was weniger als 10°C hat. (Herzproblem nach Herzinfarkt).

Grundsätzlich hab ich einen Grundsatz: Ich tauche erstmal "an" auf 10m, d. h. ich guck erstmal wie meine Verfassung ist ( bin ja 24h unter Medis), oft merke ich schon das etwas komisch ist oder das ich nah an den Blackout komme. Dann heißt es locker schnorcheln und nicht freediven. Bin leider ein BO Kandidat und ich merk schon die Anzeichen dafür, bzw. wenn mein Risiko zum BO höher ist als sonst. Oft ist aber alles normal, ich tauche wie jeder andere und merke meine Krankheit nicht. Und NIEMALS Alleine! Bei meinem Risiko brauch ich einen Buddy der auch mich aufpassen und zur Not auch aus dem Wasser holen kann. Ist kein Buddy da tauche ich auch nicht und guck mir bunte Fische am flachen Riff an.

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